Neuseeland Südinsel

Bei unserer Ankunft auf der Südinsel Neuseelands wurden wir von einem traumhaften Sonnenuntergang begrüßt
und waren wieder mal vom ersten Moment an begeistert.

Unser erstes Ziel war der Abel Tasman Nationalpark. Die weißen Sandstrände und grünen Wälder waren so schön, dass wir uns dazu entschieden,
den Abel Tasman Coastal Walk zu machen. Den 60 km langen „Great Walk“ kann man in 3-5 Tagen gehen und in Hütten oder dem eigenen Zelt übernachten.
Die Hütten waren schon ziemlich voll und außerdem recht teuer, die Campingplätze kosteten nur die Hälfte, weshalb wir uns fürs Zelten entschieden haben.
Am Nachmittag durchforsteten wir alle Läden in der nächsten Stadt und fanden im Warehouse ein Zelt für 12,- €. Unsere Schlafsäcke hatten wir zum Glück dabei. Danach packten wir die Rucksäcke damit wir am nächsten Morgen gleich starten konnten.
Mit dem Wassertaxi fuhren wir zum Anfangspunkt unserer Trekking-Tour.
Auf dem Weg dahin schauten wir uns den bekannten Split Apple Rock an und sahen sogar Robbenbabys.

Nach zwei Stunden auf dem Boot, kamen wir an einem traumhaften Sandstrand an, von wo wir unsere Wanderung starteten.
Das Wetter war perfekt und unter blauem Himmel machten wir uns an unsere erste Etappe.
Wir wanderten zusätzlich zum eigentlichen Great Walk auf den Gibbs Hill. Von hier aus hatten wir eine atemberaubende Aussicht!

Alles zusammen waren es 66km auf drei Tage aufgeteilt.
Am ersten Tag mussten wir uns erst an die schweren Rucksäcke gewöhnen, aber die tollen Ausblicke und Landschaften,
die sich uns boten waren die Anstrengung definitiv wert.
Am zweiten Tag ging der Weg von einem Traumstrand zum nächsten und an einer Stelle mussten wir auf die Ebbe warten,
damit wir über ein Meerstück wandern konnten, dass bei Flut unter Wasser steht. Es war ein komisches Gefühl über die ganzen kleinen Muscheln zu laufen.
In dieser Nacht campten wir direkt am Sandstrand. Es war einfach traumhaft schön, auch wenn wir einige Blasen an den Füßen hatten…

Am letzten Tag ging es über Hügel zurück zum Parkplatz.
Müde und Glücklich fuhren wir zu unserem Nachtplatz und freuten uns auf unser gewohntes Bett im Auto…

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Süden. Wir schauten uns eine Robben Kolonie an, die gerade Babys hatten und total süß zu beobachten waren.

Unser nächster Stopp waren die berühmten Pancake Rocks, die Felsen haben hier eine Struktur, die wie aufgestapelte Pancakes ausschaut,
daher haben sie diesen lustigen Namen.

Wir fuhren entlang der Westküste weiter bis nach Franz Josef.
Auf diesen Stopp hatten wir uns schon lange gefreut, wir wollten hier eigentlich auf den Gletscher gehen.
Leider war das Wetter schon einige Tage regnerisch und es sollte sich auch die nächsten Tage nicht bessern,
weshalb uns in der Touristeninformation von Wanderungen abgeraten wurde, einige Wege waren sogar schon wegen Erdrutschen gesperrt
und auch die Gletschertouren und Helikopter Flüge wurden größtenteils abgesagt.

Am Abend sah der Wetterbericht für den nächsten Tag gar nicht mehr so schlecht aus,
weshalb wir am nächsten Morgen um 5 aufstanden und uns zum Wandern fertig machten.
Als wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machen wollten begann es aber voll zu schütten, statt zu Wandern fuhren wir daher weiter Richtung Wanaka.

Auf dem Weg dahin fuhren wir an vielen Wasserfällen vorbei und schauten uns die Blue Pools an.
Das Wasser war so schön blau, dass ich unbedingt reinspringen wollte – es war eiskalt, logisch ist ja Gletscherwasser 😉

Schon von weitem konnten wir die markanten Berge und Seen rund um Wanaka bestaunen.

Am nächsten Morgen regnete es schon wieder, als Schlechtwetter-Programm besuchten wir das Spielzeugmuseum und die Puzzling World.


Gegen Abend hörte der Regen zum Glück auf und wir konnten am nächsten Vormittag auf den Roys Peak wandern.
Auf dem Weg zum Gipfel haben wir Hasen und besondere Vögel gesehen.
Von diesem Berg aus kann man eines der bekanntesten „Instagram-Neuseeland-Fotos“ machen.
Seit dem dieser Ort bekannt geworden ist, sind hier immer ziemlich viele Touristen und es ist echt lustig zu beobachten in welchen Outfits die Leute teilweise rauf wandern wollen. 20 Minuten vor dem Gipfel ist dann „DER“ Fotospot.
Wir waren früh am Morgen hier trotzdem gab es schon eine Schlage von Leuten die darauf warteten ein Foto machen zu können.
Wir sind einfach weiter gelaufen, zwei Kurven weiter oben gibt es fast die gleiche Aussicht und außer uns war niemand da.
Die meisten Leute kommen bis hier her, machen das Foto für Instagram und drehen dann wieder um.
Wir sind natürlich bis zum Gipfel und haben das letzte Stück der Wanderung fast alleine genossen. 🙂

Über den Cardrona Pass fuhren wir weiter nach Queenstown.
Auf dem Pass fanden wir einen traumhaften Parkplatz für die Nacht mit der schönsten Aussicht.

Generell haben wir versucht während der Reise sehr sparsam zu sein, immer selbst gekocht und hauptsächlich gratis Aktivitäten gemacht.
Aber in Queenstown, auch als Adventure Capital of New Zealand bekannt, wollten wir uns mal ein richtiges Abenteuer gönnen.
Am ersten Tag machten wir einen Freefall Flying Fox und einen Canyonswing.

Am nächsten Tag sprangen wir aus einem Flugzeug und machten einen Skydive aus 15000ft Höhe. Es war mega cool! 😉

Nach den ganzen Adrenalin-Kicks in Queenstown, war es Zeit etwas zur Ruhe zu kommen und wo geht das besser als in der Natur.
Obwohl der Wetterbericht nicht ganz so gut aussah, wollten wir die nächsten drei Tage den Kepler Track abwandern,
natürlich wieder mit unserem 12€ Zelt im Gepäck.
Der Ranger riet uns noch davor ab zu campen, da gerade eine Maus Plage sei, das Wetter schlecht und der Wind sehr stark werden würden,
aber da hatten wir uns schon entschieden zu gehen.

Am ersten Tag wanderten wir die kürzeste Etappe dieses Tracks, schon am Nachmittag kamen wir beim Zelt-Platz an,
suchten uns ein hübsches Plätzchen mitten im Wald und verbrachten den Abend uns mit anderen Wanderern zu unterhalten.

In der Nacht wussten wir dann, was der Ranger mit Maus-Plage gemeint hat. Im Fjordland Nationalpark gibt es hauptsächlich zwei Arten von Bäumen,
der eine blüht alle vier der andere alle fünf Jahre und diesen Frühling haben beide gleichzeitig geblüht,
was jede Menge Nahrung für Mäuse und Ratten bedeutet hat. Dadurch haben sie sich stak vermehrt.
Jetzt im Herbst gibt es keine Baumsamen mehr und die armen Tiere sind am verhungern.

Wir wussten, dass wir unser ganzes Gepäck mit ins Zelt nehmen müssen, damit es vor den Mäusen geschützt ist.
Da unser Zelt eh schon ziemlich klein war, haben wir die Rucksäcke als Kopfkissen verwendet.
Die ganze Nacht sind Mäuse auf unser Zelt gesprungen, haben versucht sich durch die Wände zu nagen und uns keine ruhige Minute gelassen. Ich hab die ganze Zeit etwas nagen gehört, Fabian meinte ich bilde mit das nur ein…

Am morgen haben wir dann gesehen, dass es eine Maus geschafft hat, sich durch das Zelt, durch meinen Rucksack
und durch einen Plastikbeutel durch zu meinen Frühstücksbrötchen zu nagen (Direkt unter meinem Kopf, ich lag ja auf dem Rucksack drauf)
Als die Sonne aufging waren wir froh, endlich aufstehen zu können und weiter zu wandern.

An diesem Tag stand die längste Etappe an, der nächste Camping-Platz war auf der anderen Seite des Berges und ca. 10 Stunden entfernt.
Nach ein paar Stunden begann es zu regnen und der Wind wurde immer stärker. Als wir an einer Hütte vorbeikamen erzählte und der Ranger dort,
dass wir entweder schnell weiter sollen oder umkehren, da der Wind am Nachmittag bis zu 130 km/h stark werden soll. Wir sind natürlich weiter,
der Weg führte zuerst auf einen Berg und dann recht lange einem Bergkamm entlang. Mit dem starken Wind und Regen war das echt eine Herausforderung
und als wir am Abend beim Camp ankamen, waren wir einfach nur froh aus den nassen Sachen zu kommen und uns ausruhen zu können.

An diesem Platz gab es zwar keine Mäuse Plage, dafür durfte man nichts unbeaufsichtigt lassen, da die Keas, das sind Bergpapageien,
sonst Sachen klauen kommen. Die Vögle sind so klug, dass sie sogar den Reisverschluss des Zeltes öffnen können.
Da es am Abend immer noch in strömen regnete, spannten wir noch unsere Picknickdecke über das Zelt
und hofften dass wir am morgen nicht in einem See aufwachten.
Zum Glück funktionierte der Plan und wir blieben die ganze Nacht trocken.

Auch am morgen hatte es nicht aufgehört zu regnen, also zogen wir wieder unsere Regenkleidung an und machten uns auf den Weg.
Im Laufe des Tages hörte der Regen auf und wir waren echt froh als wir beim Auto ankamen.
Bei schönem Wetter wäre die Aussicht von dieser Tour sicher echt beeindruckend.
Die Paar Blicke die wir durch den Nebel erhascht haben waren schon wirklich toll.

Eigentlich hatten wir geplant nach der Wanderung gleich zum Milford Sound zu fahren,
dort zu übernachten und am morgen eine Bootstour durch den Fjord zu machen.
Da wir so müde waren entschieden wir uns zuerst noch eine Nacht hier zu bleiben, auszuschlafen und dann am nächsten Tag zum Fjord zu fahren.
Als wir am nächsten Morgen zurück kamen erfuhren wir, dass die Straße zum Fjord gesperrt war, da es in der Nacht einen großen Erdrutsch gegeben hatte
und es sicher noch eine Woche dauern würde bis alles wieder frei geräumt ist. Da es beim Fjord ein Restaurant und einen Campingplatz
und somit genug Verpflegung gibt, mussten die Leute die dort festsaßen einfach warten bis die Straße wieder offen war.
Zum Glück hatten wir unseren Plan nochmal geändert…

Obwohl wir den Fjord gerne gesehen hätten, wollten wir nicht so lange warten und fuhren weiter Richtung Süden.
Wir folgten der Southern Scenic Route und schauten uns auf dem Weg die McLean Falls und Punakaiki Falls an.

Wir spazierten über den Strand der Sulfat Bay, wo wir den Seelöwen beim sonnen zu sehen konnten.

Und fuhren dann weiter zum Nugget Point.
Dort in der Nähe gab es ein Pinguin Beobachtungs-Haus.
Von hier aus kann man die Pinguine in dieser Jahreszeit jeden Tag zwischen 4 und 8 Uhr Abend zuschauen,
wie sie an den Strand kommen um ihre Jungen in den Nestern zu füttern.

Um halb fünf waren wir da und warteten und warteten und warteten.
Es kamen immer mehr Leute und viele gingen auch wieder bevor einer der kleinen Pinguine auftauchte.
Irgendwann kamen auch Ranger und erzählten uns, dass es aufgrund des starken Regens die letzten Tage sein kann,
dass die Pinguine später oder garnicht kommen. Die Jungen seien mittlerweile alt genug, dass sie nicht jeden Tag gefüttert werden müssen.
Nach dreieinhalb Stunden warten kam um 8:00 Uhr endlich ein einziger kleiner süßer Pinguin aus dem Wasser.
Er war mega süß! Zum Glück haben wir nicht vorher aufgegeben.

Unser nächster Stopp war Dunedin, wo wir im Botanischen Garten Enten fütterten und die steilste Straße der Welt hinaufspazierten.

Weiter ging es zu den Moeraki Boulders.
Diese großen Runden Felsbrocken am Strand sind wirklich einzigartig!

Danach verabschiedeten wir uns fürs erste vom Strand und fuhren wieder ins Landesinnere.
Wir fanden einen perfekten Stellplatz am traumhaft türkisen Lake Pukaki mit Aussicht auf Mt. Cook, den höchsten Berg Neuseelands.

Von dort aus starteten wir am nächsten Tag in den Mt. Cook Nationalpark wo wir zuerst den Hooker Valley Track machten,
das ist einer der bekanntesten Wege in der Gegend und ziemlich touristisch, aber die Landschaft ist echt traumhaft.

Die Nacht war ziemlich kalt und am morgen war es sogar gefroren, dafür gab es perfekten blauen Himmel
und Sonnenschein für unsere Wanderung zur Mueller Hut.
Zuerst ging es auf über 2000 Treppenstufen in die Höhe und dann über Steine und Felsen weiter.
Die Anstrengung wurde von einer beeindruckenden Aussicht über die umliegenden Berge und Gletscher belohnt. Wir sind eine Weile einfach da gesessen
und haben dem Eis beim knacken und brechen gelauscht.

Am nächsten Tag ging es weiter zum Lake Tekapo wo ich auf die berühmten Lupinen Felder hoffte,
leider kamen wir gerade zwei drei Wochen zu spät und die Blumen waren bereits verblüht, daher fuhren wir gleich wieder weiter.
Nach einem kurzen Sightseeing Stop in Christchurch fuhren wir nach Kaikoura, unserem vorab letzten Stop in Neuseeland.

Hier buchten wir eine Whale-Watching Tour, die leider verschoben wurde, da das Meer zu unruhig war.
Dann spazierten wir zu einer Robben-Kolonie. Es war mega cool einfach so um die wilden Tiere herum zu laufen!

Am nächsten Tag wanderten wir auf den Mt. Fyffe.

Und dann konnte auch das Whale Watching statt finden, wo wir Albatrosse und zwei Pottwale sahen.

Danach ging es leider wieder zurück nach Christchurch von wo aus am nächsten Tag unser Flug nach Australien startete.

Neuseeland insbesondere die Südinsel, werden wohl immer eines meiner Lieblingsländer bleiben.
Die Landschaft ist einfach traumhaft, ich liebe die Pflanzen, die Menschen sind so freundlich und offen und auch die Kultur fasziniert mich immer wieder!

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