Australien Ostküste

Ein Road Trip von Sydney nach Cairns entlang der traumhaften Ostküste in Australien

Ich muss zugeben Australien war bei uns keine Liebe auf den ersten Blick. Vom Anfang bis zum Schluss lief nichts wie geplant,
Waldbrände, abgesagte Trips und schlussendlich Corona forderten uns immer wieder auf, spontan zu sein und das Beste aus jeder Situation zu machen.
Nach ein paar anfänglichen Hürden ist uns das auch gut gelungen
und wir hatten eine traumhafte Zeit in Down Under mit vielen besonderen (Tier-) Begegnungen, Abenteuern und neuen Freunden.
 
Kurz vor unserer Abreise in Neuseeland hatten wir uns entschieden auch in Australien einen Camper-Van zu mieten,
da uns diese Art zu Reisen so gut gefallen hat und wir festgestellt hatten, dass die Ostküste per Bus zu bereisen gleich viel gekostet hätte.
Blöderweise bekamen wir am Abend unserer Anreise, vom dritten Anbieter eine Absage. Möglicherweise waren wir wieder mal zu spontan dran gewesen. Unseren ersten Abend in Sydney verbrachten wir daher damit, die nächsten Wochen hier in Down Under etwas zu planen.
Wir planten und buchten und bekamen Absagen und Umbuchungen
und mussten innerhalb des nächsten Tage alles nochmal fünfmal umbuchen und zum Schluss kam sowieso alles wieder anders.
 
Aber zuerst schauten wir uns am nächsten Tag Sydney an. Wir spazierten durch die Stadt, beobachteten die Kakadus im Botanischen Garten,
fuhren mit der Fähre nach Manley wo wir am Strand Picknickten und dann mit dem letzten Boot zurück in die Stadt fuhren,
damit wir die vielen Lichter der Skyline von Sydney bestaunen konnten.
Wir wurden zusätzlich sogar noch vom Wetterleuchten überrascht und es war echt ein toller Abschluss unseres Sightseeing Tages.
Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour in die Blue Mountains gebucht.
Auf dem Weg dahin schauten wir uns auch den Featherdale Wildlife Park an, hier kann man fast alle heimischen Tiere anschauen was echt interessant war.
Wir hätten uns den ganzen Tag bei den süßen Wallabies, Koalas, Pinguinen und Quokkas versäumen können.
Aber es stand noch mehr auf dem Plan für diesen Tag, unser erster Stop im Blue Mountains Nationalpark war die berühmte Felsformation „Three Sisters“
bei der dementsprechend auch echt viel los war. Danach spazierten wir zu zwei Wasserfällen und Aussichtspunkten
und man erzählte uns Geschichten und Legenden aus dieser Umgebung.
Es war ein schöner Ausflug, aber wenn wir alleine, statt mit der Tour hergekommen wären hätten wir wohl mehr gesehen.
An diesem Abend bekamen wir auch endlich eine Zusage für ein Miet-Auto, dass wir zwei Tage später in Brisbane abholen konnten.
Daher nahmen wir am darauffolgenden Tag den Zug von Sydney nach Brisbane, und am nächsten Morgen holten wir unser neues zu Hause für die nächsten zwei Wochen ab. Dort wartete, das nächste Problem auf uns, wir sollten 3000€ Kaution hinterlegen,
blöderweise war unser Kreditkarten-Limit aber nicht so hoch, da es in Österreich mitten in der Nacht war konnten wir auch nicht unsere Bank anrufen,
und am Ende mussten wir eine viel zu teure Versicherung von der Autovermietung nehmen, damit die Kaution weggefallen ist.
Irgendwie sind wir bei diesem Vorfall selber schuld, es wäre sicher irgendwo gestanden, dass wir die Kaution zahlen müssen,
trotzdem hat es uns total geärgert.
Der Camper-Van war sogar noch ein bisschen einfacher als der, den wir in Neuseeland hatten aber mittlerweile waren wir das ja schon gewöhnt.
Wir waren einfach nur froh, als wir endlich auf der Straße waren!
 
Unser erster Stop beim Roadtrip entlang der Ostküste Australiens war Byron Bay, wo wir zum Leuchtturm, der am östlichsten Punkt Australiens steht,
spazierten und die traumhaften Aussichten über den Küsten bewunderten.
Am nächsten Morgen schauten wir uns Surfers Paradise an, der Kontrast aus Hochhäusern und traumhaften Strand ist schon faszinierend.
Danach ging es weiter zu den Glass House Mountains wo wir in der Nähe des Wild Horse Lookouts übernachteten. An diesem Tag bekamen wir die Nachricht,
dass eine unserer Touren abgesagt wurde, langsam nervte es, aber statt uns die Stimmung vermiesen zu lassen planten wir die Route halt nochmal um.
Unser nächster Stop war der Noosa Heads Nationalpark, hier soll man mit etwas Glück Delfine und Koalas beobachten können.
Leider war das Glück noch nicht so ganz auf unserer Seite, die Landschaft war aber trotzdem schön.
 
Auf dem Weg Richtung Harvey Bay sahen wir ein Schild am Straßenrand wo es hieß,
dass man am Mon Repos Strand Baby-Schildkröten beim Schlüpfen zuschauen kann. Wir entschieden uns spontan dorthin zu fahren
und zu schauen ob wir was entdeckten. Dort angekommen erfuhren wir, dass jetzt sogar genau die richtige Jahreszeit ist,
und man in der Nacht eine Turtle Encounter Tour machen konnte wo man hoffentlich die kleinen Schildkröten auf ihrem Weg zum Meer beobachten kann.
Wir meldeten uns gleich an und freuten uns schon auf die Nacht. Es gab drei Gruppen und da es den ganzen Tag geregnet hatte,
wollte in dieser Nacht nur ein Nest Schildkröten schlüpfen, Gruppe eins durfte dort dabei sein durfte. Wir waren Gruppe drei, mit uns ging man dann zu einem Nest, das gestern geschlüpft war, und grub die Eierschalen aus, dabei kamen noch acht kleine süße Babyschildkröten zum Vorschein,
die den Weg aus dem Nest nicht alleine gefunden hatten. Es war so süß wie die kleinen zum Meer watschelten, wo sie ihre große Reise starteten.
Babyschildkröten waren sicher ein gutes Omen, dass auch unsere Reise von jetzt an etwas reibungsloser laufen würde.
Den nächsten Tag verbrachten wir fast ausschließlich auf der Straße, es sind schon ziemlich viele Kilometer der Ostküste entlang
und wir hatten nur zwei Wochen Zeit dafür.
Auf dem Weg entdeckten wir einige Kangurus – anscheinend haben uns die Schildkröten-Babys wirklich Glück gebracht.
Nach einem Stop in Rockhampton und Mackay wo wir in der Blue Lagoon badeten fuhren wir zum Eungella Nationalpark.
Gerade als wir auf den Parkplatz einbogen begann es wie aus Kübeln zu schütten. Nach kurzem Überlegen zogen wir unsere Badekleidung an,
und spazierten in Flip Flops und Bikini durch den Regenwald, auf der Suche nach einem Platypus.
Beim dritten Aussichtspunkt hatten wir dann wirklich Glück und konnten nicht nur einen, sondern zwei Platypus und drei Schildkröten beobachten. So cool!
Weiter ging es nach Airlie Beach von wo aus am nächsten Morgen unsere Segeltour durch die Whitsunday Islands startete.
Wir freuten uns schon sehr auf die drei Tage auf dem Boot und sogar der Regen hörte am Vormittag auf,
so dass wir bei strahlend blauem Himmel rausfahren konnten.
Wir waren nur 13 Leute auf dem Boot was mega fein war und alle waren super nett. Am ersten Tag ging es raus aufs Meer,
wir lernten uns alle kennen und tranken ein paar Cider. Nach dem wir den Sonnenuntergang beobachteten und zu Abend essen gingen wir bald schlafen,
da wir am nächsten Morgen schon um 5 Uhr weiter segelten.
Nach einen traumhaften Sonnenaufgang, zogen wir unsere Stingersiuts (das sind ganz dünne Taucheranzüge zum Schutz vor Quallen) an
und sprangen ins Wasser für unseren ersten Schnorchel-Gang. Wir schnorchelten einem wunderschönen Korallengarten entlang
und beobachteten die vielen kleinen Fische, die herum schwammen.
Danach segelten wir weiter zum White Heaven Beach. Wir gingen bei einem anderen kleinen Strand an Land und spazierten ein Stück durch den Wald.
Auf einmal standen wir bei einem Aussichtspunkt von dem aus wir einen atemberaubenden Blick über den White Heaven Beach hatten.
Die anderen Leute die dort waren gingen gerade, als wir am Strand ankamen. Daher hatten wir den ganzen Strand für uns alleine.
Es war so schön, wir erkundeten alle Ecken und kleine Buchten, sahen Stachelrochen und einen Baby-Riff Hai und genossen die Sonne.
Es war ein Vormittag wie aus dem Bilderbuch!
Zurück beim Boot segelten wir zum nächsten Schnorchel-Spot. Hier schwammen so viele Fische herum,
dass wir uns vorkamen als würden wir durch ein riesiges Aquarium schwimmen. Es war mega cool! Die anderen vom Boot hatten irgendwann genug
und gingen zurück an Board, danach blieben Fabian und ich noch alleine in dem Wasser mit den vielen Fischen, es war eines der tollsten Erlebnisse,
die wir während unserer Reise hatten.
Kaum zu glauben, dass ich früher Angst vor Fischen hatte…
Am nächsten Morgen starteten wir gleich wieder mit schnorcheln in den Tag. Wir sahen sogar eine Schildkröte und schwammen ein Stück mit ihr mit.
Der perfekte Abschluss für diese tolle Segeltour.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Townsville von wo aus wir mit der Fähre auf Magnetic Island fuhren.
Dort machten wir eine Wanderung quer über die Insel und zu unserem Glück konnten wir sogar einen Koala in der freien Wildbahn beobachten.
Der kleine Kerl war so süß. Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an der Stelle vorbei und dieses Mal war er sogar wach.
Voller Euphorie wanderten wir weiter in der Hoffnung noch mehr tolle Tiere zu sehen. Als wir aus dem Wald raus kamen ging es weiter dem Strand entlang,
bis wir zu einem Ort kam wo viele Fels Wallabies waren. An diesem Platz werden die Tiere auch oft gefüttert, deshalb waren sie recht zahm.
Wir haben ihnen Obst und Gemüse hingehalten, dass wir auf dem Boden gefunden haben und sie haben es uns dann aus der Hand stibitzt. So süß!!!!
Mit der letzten Fähre ging es zurück nach Townsville und zu unserem Camper.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Crystal Creek und das Paradies Waterhole, das sind echt schöne Bade-Plätze entlang eines Flusses.
Ein Stück weiter oben hat das Wasser die Felsen so glatt geschliffen, dass natürliche Wasserrutschen entstanden sind. Zuerst waren wir ziemlich vorsichtig,
aber nachdem wir die Einheimischen eine Weile beobachtet hatten, trauten wir uns auch längere Stücke runter zu rutschen und hatten jede Menge Spaß!
Weiter ging es zum Mission Beach, wo wir nochmal Schildkröten beobachten wollten. Fabian hat zwei entdeckt, ich konnte leider keine sehen.
Mit einem Bad bei den Babinda Boulders starteten wir unseren nächsten Tag bevor es weiter nach Cairns ging.
An unserem letzten Tag an der Ostküste Australiens gingen wir im Great Barrier Reef tauchen. Am Vormittag machten wir zwei Tauchgänge,
der erste war noch ein bisschen chaotisch, bis wir wieder drin waren und uns an alle Zeichen erinnerten…
Beim zweiten konnten wir uns dann schon mehr auf unsere Umgebung konzentrieren, die Korallen hier waren echt schön,
aber Fische hatten wir keine Aufregenden gesehen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir zu einem anderen Platz für unseren letzten Tauchgang.
Das Wasser hier war so klar, dass wir über 40 Meter weit sehen konnten und die Korallen hatten die allerschönsten Farben
und wuchsen in Türmen bis fast zur Oberfläche. Fischschwärme schwammen um die Korallen herum und alles glitzerte in dem klaren Wasser.
Es war so schon einer der schönsten Tauchgänge, die wir je hatten, und zum Schluss kam noch unser absolutes Highlight.
Wir schwammen an einem schlafenden Riffhai vorbei. Wir blieben ganz ruhig und beobachteten ihn eine Weile, auf einmal waren fünf kleine Riffhaie hier
und schwammen friedlich um uns herum und auch ein etwas größerer Grey Riffhai, der ca. 2 Meter groß war.
Es war so ein cooles Erlebnis, unter Wasser auf dem Sandboden zu knien und diese faszinierenden Tiere zu beobachten, die kein bisschen Furcht einflößend sind. Irgendwann war unsere Luft aus und wir mussten zurück an die Oberfläche. Wir schnappten uns sofort einen Schnorchel und sprangen wieder ins Wasser.
Der perfekte Abschluss unseres Ostküsten Roadtrips!
Am nächsten Tag packten wir unsere Rucksäcke, brachten das Auto zurück und machten uns auf den Weg zum Flughafen von wo aus wir nach Melbourne flogen. Eigentlich hatten wir eine andere Route geplant, aber auf Grund der vielen Verschiebungen, die wir am Anfang der Australien-Reise hatte,
war es leider nicht anders möglich, es sollte aber nochmal ganz anders kommen wie wir es zu diesem Zeitpunkt vorhatten.
Wie unser Abenteuer in Down Under weiter gegangen ist erfahrt ihr im nächsten Blog Post.

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